Rassistische Gewalt in Hamm

Am Samstag den 10. April, kam es in Hamm am Hauptbahnhof gegen Mittag zu einem rassistisch motivierten Angriff auf einen 27-jährigen Taxifahrer. Eine Frau aus Bielefeld zeigte ihm den “Mittelfinger” und beleidigte ihn rassistisch. Als der Mann sie daraufhin zur Rede stellte, kam sie mit einem Taschenmesser auf ihn zu und drohte ihn abzustechen. Dabei schnitt und stach sie mehrmals in seine Richtung. Der Angegriffene konnte die Rassistin daraufhin zu Boden bringen und fixieren, bis die Polizei vor Ort war.

In der ursprünglichen und mittlerweile überarbeiteten Pressemitteilung (PM) der Bundespolizei und dem fast wörtlich von der Polizei-PM abgeschriebenen Zeitungsartikel des Westfälischen Anzeigers vom 12. April 1, war die Rede von “Kontrahenten” die nach der, für den Taxifahrer lebensgefährlichen Situation, von der Polizei getrennt worden seien. Diese Formulierung verkennt völlig den mörderischen, rassistischen Hintergrund der Tat und suggeriert, dass es sich lediglich um eine Auseinandersetzung zweier verfeindeter Gruppen gehandelt habe. Solche Angriffe, wie sie tagtäglich im ganzen Bundesgebiet stattfinden, dürfen nicht mehr länger entpolitisiert werden, sondern müssen als das benannt werden was sie sind: Rassismus! Die mit der Entpolitisierung einhergehende Verharmlosung spielt letztlich nur den Täter:innen in die Hände.

Dieser Vorfall beweist: Auch wenn die organisierte Neonazi-Szene in Hamm seit über einem Jahr inaktiv ist, bedeutet das in keinem Fall, dass Hamm frei von rassistischer Gewalt ist; der Angriff vom letzten Samstag zeigt, dass auch der häufig verharmloste Alltagsrassismus gefährlich und in diesem, wie auch in vielen anderen Fällen, mörderisch ist und dass auch “normale Bürger” ihren rassistischen Mordfantasien Taten folgen lassen. Und wie so oft müssen sich die Betroffenen selbst gegen solche Angriffe verteidigen.

Auch in unserer Nachbarstadt Dortmund kam es auch, erst vor wenigen Wochen, zu einem rassistisch motivierten Angriff auf einen Taxifahrer, durch zwei bekannte Neonazis 2.

Rassismus ist kein alleiniges Phänomen der extremen Rechten sondern ein gesellschaftliches Problem! Vorfälle wie der beschriebene müssen als Teil dieses Problems anerkannt werden! Wir wünschen dem Angegriffenen und seinen Angehörigen alles gute und zeigen uns solidarisch mit allen Betroffenen rassistischer Gewalt!

1.: https://www.wa.de/hamm/messerangriff-auf-taxifahrer-am-hauptbahnhof-hamm-auslaenderfeindlicher-hintergrund-90427755.html

2.: https://www.ruhrnachrichten.de/dortmund/vorbestrafter-neonazi-nach-angriff-auf-taxifahrer-in-untersuchungshaft-1620644.html

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