10 Jahre haekelclub590

Erste Demonstration Okt. 2011

Vor 10 Jahren, im Oktober 2010, gründete sich das antifaschistische Jugendbündnis haekelclub590, mit dem Ziel gemeinsam gegen Faschismus, Nationalismus, Sexismus, Rassismus, Antisemitismus und Homofeindlichkeit vorzugehen. Unser Schwerpunkt lag seit jeher auf der Bekämpfung der organisierten Naziszene in Hamm. 

Seitdem ist in Hamm viel passiert und erreicht worden. Vor 10 Jahren bestand mit der Kameradschaft Hamm eine gefestigte und äußerst gewalttätige Naziszene, die mit Dortmund eine Hochburg in Nordrhein-Westfalen bildete. Das Verbot der Hammer Kameradschaft im Jahr 2012 schadete den Nazis wenig. In kürzester Zeit haben sie sich unter dem Label der Partei “Die Rechte” reorganisiert und verfügten mit den übernommenen Räumlichkeiten im Kentroper Weg 18 über eine eigene Anlaufstelle.

Heute sieht es gänzlich anders aus. Nach ihrer 3. Oktober Demonstration 2015, stellten die Nazis ihre jährlich stattfindenden Demonstrationen ein, während an der antifaschistischen Gegendemonstration über 1000 Menschen teilnahmen und somit eine der größten Demonstrationen der letzten Jahre in Hamm bildeten. Der andauernde Gegenprotest schien den Nazis nicht so gut zu gefallen und setzte sie offensichtlich unter Druck. Sie änderten ihre Strategie und konzentrierten sich mehr auf das Rechtsrock-Geschäft und die Bildung einer neonazistischen Erlebniswelt im Kentroper Weg 18. Auch dagegen organisierten wir Widerstand, berichteten über das Treiben der Nazis und schafften Aufmerksamkeit in der Gesellschaft. Wenn Rechtsrock-Konzerte im Vorfeld bekannt wurden, organisierten wir Gegenproteste. 2018 verlegten die Nazis ihr Konzert sogar, um dem Protest zu entgehen. Den größten Erfolg feierten wir allerdings letztes Jahr. Nach fast 7 Jahren unermüdlicher antifaschistischer Arbeit, dem Aufzeigen rechter Strukturen und dem Vorschlagen von Handlungsmaßnahmen an die Stadt und Zivilgesellschaft wurde der Nazi-Treffpunkt im Kentroper Weg 18 endlich geschlossen und die Naziszene in Hamm entscheidend geschwächt. Heute treten sie kaum noch öffentlich auf, zur Kommunalwahl lieferte “Die Rechte” keinen Wahlkampf und in kompletter Verzweiflung um etwas Aufmerksamkeit zu generieren, wurde der aus Parchim stammende “Die Rechte”-Gründer Christian Worch als Oberbürgermeisterkandidat aufgestellt. Dies mit – wie zu erwarten – mäßigem Erfolg. “Die Rechte” verlor ihren Sitz im Stadtrat und auch in der Bezirksvertretung Herringen. 

Dass wir heute eine geschwächte Naziszene in Hamm, ohne eigene  Räumlichkeiten, vorfinden, ist vor allem dem anhaltenden Gegenprotest zu verdanken. Denn das Naziproblem konnte sich nicht weiter ungehindert ausbreiten und nicht mehr von der Stadt und Zivilgesellschaft ignoriert oder geleugnet werden, wie es noch 2010 der Fall war. Dennoch ist die Naziszene nicht gänzlich verschwunden und mit der extrem rechten “Alternative für Deutschland” ist eine andere menschenverachtende Partei in den Hammer Stadtrat eingezogen. Es gilt somit weiterhin, für eine freie Welt ohne Ausgrenzung zu kämpfen!

Wir möchten hiermit allen Menschen danken, die mit uns auf die Straße gegangen sind, die uns unterstützt haben und die uns auch in schwierigen Zeiten begleitet haben. Ohne euch wäre das nicht möglich gewesen!

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