Hamm: Neonazizentrum im Kentroper Weg geschlossen – haekelclub590 begrüßt Vorgehen der Stadt und fordert konsequente Kontrolle des Verbots

Die Stadt Hamm hat nach einer Ortsbegehung am 15.10.2019 den Neonazitreffpunkt im Kentroper Weg 18 aufgrund von baulichen Veränderungen, fehlenden Genehmigungen und unzureichenden Brandschutzmaßnahmen geschlossen. Nach sieben Jahren ist es den Hammer Neonazis nun bis auf Weiteres untersagt, die szeneintern als “Zuchthaus” bezeichnete Immobilie für öffentliche und private Veranstaltungen zu nutzen. (1, 2) Das antifaschistische Jugendbündnis “haekelclub590” aus Hamm begrüßt das Vorgehen der Stadt gegen die lokale Neonaziszene und ihren Treffpunkt: “Wir und andere antifschistische Gruppen fordern seit Jahren ein Einschreiten der Stadt gegen den Neonazitreffpunkt im Kentroper Weg”, so Johanna Schillack, Pressesprecherin des Bündnisses,”Wir begrüßen es ausdrücklich, dass die Stadt nun gehandelt hat – auch wenn es reichlich spät kommt.

Bezüglich der Frage, ob das aktuelle Verbot dauerhaft bestand hat, gibt sich der haekelclub590 zurückhaltend. “Es bleibt abzuwarten, ob die Neonazis es schaffen, die Verbotsverfügung anzufechten, zu umgehen oder die baulichen Mängel zu beheben”, kommentiert Schillack die heutige Verfügung, “wir fragen uns auch, wie die Stadt die Einhaltung überprüfen und kontrollieren will?” Das Bündnis fordert die Stadt auf, mit ausreichenden Kontrollen sicherzustellen, dass die Neonazis den Kentroper Weg 18 nicht weiterhin nutzen. Außerdem fordern die Antifaschist*innen  die Verantwortlichen in der Hammer Stadtverwaltung auf, mögliche Anträge oder Genehmigungsanfragen der Neonazis konsequent abzulehnen

Bei aller Skepsis sieht das Bündnis aber Grund zum Feiern: “Das Neonazi-Zentrum ist vorerst geschlossen und das ist ein unglaublicher Erfolg für alle Antifaschist*innen in Hamm.” so Schillack, “Jener Antifaschist*innen, die konsequent den Kentroper Weg 18 immer wieder thematisiert, recherchiert und über die Umtriebe der Neonazis dort berichtet haben, die dran geblieben sind und sich nicht haben unterkriegen lassen. All denen möchten wir Danken!” Das Bündnis wird seine Aktivitäten unabhängig von der Zukunft des Neonazizentrums fortsetzen: “Die Hammer Neonaziszene ist weiterhin gefestigt, gut vernetzt und brandgefährlich. Sich jetzt zurückzulehnen, wäre ein großer Fehler”, so Schillack abschließend, “wir werden weiter gegen die Neonazis und ihre Umtriebe auf die Straße gehen.”

(1) https://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/hamm-neonazi-treffpunkt-stadt-100.html

(2) https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-dortmund/video-lokalzeit-aus-dortmund—330.html

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