PM: Kentroper Weg darf nicht Nazitreffpunkt bleiben

Liebe Leser*innen,

im Folgenden möchten wir zum wiederholten Male auf die Hinterhofräumlichkeiten des Kentroper Wegs 18 aufmerksam machen. Der Kentroper Weg ist neben einer gewöhnlichen Straße mit gewöhnlichen Häusern ein Ort, an dem der rechtsradikalen Szene in Hamm und Umgebung ein Raum geboten wird, um sich zu entwickeln und zu festigen. Neben unkontrollierten Saufgelagen und Konzerten rechtsradikaler Bands mit volksverhetzenden Liedtexten, finden dort auch Vorträge von Holocaust-Leugner*innen und andere Saalveranstaltungen statt. Regelmäßig wird dort nazistisches Gedankengut gelebt und verbreitet.

Wie die Antifaschistische Aktion Hamm vor wenigen Tagen offenlegte, soll am 1. Oktober erneut ein Rechtsrock-Konzert in den Räumlichkeiten stattfinden.¹
Wir, der haekelclub590, wollen das nicht unkommentiert lassen und nehmen es als Anlass, den Kentroper Weg 18 ebenfalls wieder einmal in den Fokus der Stadtgesellschaft zu rücken.

Die Veranstaltungen der lokalen Nazis finden in keinster Weise friedlich oder ruhig statt. Einige Vorfälle zeigen, dass die Veranstalter*innen sowie Besucher*innen des selbsternannten „Nationalen Zentrums“ ein hohes Gewaltpotenzial aufweisen und keine Rücksicht auf Anwohner*innen nehmen. So kam es bereits mehrmals zu Übergriffen in der Innenstadt und in unmittelbarer Nähe der Räumlichkeiten. Äußert sich jemand gegenüber den Rechtsextremist*innen kritisch oder zeigt gar offene Ablehnung, muss mit verbalen oder physischen Attacken gerechnet werden. Personen, die in der Umgebung in ihrem Aussehen oder Verhalten vom Weltbild der Nazis abweichen, werden zunehmend beobachtet, eingeschüchtert oder bedroht.

Uns ist vor allen Dingen wichtig zu zeigen, was sich genau hinter diesen Räumlichkeiten verbirgt. Es handelt sich bei ihnen nicht um einen harmlosen Freizeittreff zufällig rechtsgesinnter Menschen. Es sind etliche Veranstaltungen dokumentiert, in denen offen mit dem Nationalsozialismus kokettiert wird (etwa bei Veranstaltungen mit ehemaligen SS-Männern und Konzerten mit, den Nationalsozialismus verherrlichenden, Bands) und dessen Gräuel geschichtsrevisionistisch relativiert oder geleugnet werden. Mehrmals fanden in der Vergangenheit darüber hinaus Veranstaltungen mit bekannten NPD-Kadern statt.
Zudem diente während des Kommunalwahlkampfs 2014 die Lokalität als Wahlkampfzentrale und Rückzugsort der Partei “Die Rechte”. So ging auch aus dem Kentroper Weg der bewaffnete Angriff auf einen 15-jährigen Schüler aus, welcher angeblich ein Wahlplakat von “Die Rechte” an der Friedensschule abgerissen haben soll. Der Jugendliche wurde von zwei Mitgliedern des Kreisverbands festgehalten und bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten und zwischenzeitlich gewürgt. Er gab an, Angst um sein Leben gehabt zu haben.²

Es kann und darf nicht sein, dass die Stadt Hamm nichts gegen solche Zustände unternimmt! Nazis können in Hamm weitesgehend frei agieren, ohne Konsequenzen seitens der Stadt befürchten zu müssen. Unter anderem deswegen, findet am 03. Oktober 2016 unsere Demo unter dem Motto „Schluss mit dem Nazischeiss!“ am Hammer Bahnhofsvorplatz um 11:00 Uhr statt.

Quellen:

1: https://aah.noblogs.org/?p=1709
2: https://www.wa.de/hamm/plakat-streit-rechte-halten-schueler-hamm-unter-gewaltanwendung-fest-3543853.html

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