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3. Oktober – Nachbetrachtung

Oktober 6th, 2017 by naet

Vielen Dank an die zahlreichen Unterstützer*innen und Teilnehmer*innen unserer Demonstration „Kein Raum für Rechts – Nazistrukturen zerschlagen!“. Etwa 300 Menschen sind mit uns im Verlauf des 3. Oktobers gegen den Rechtsruck, die Mobilisierung von rechts und dem sogenannten „Nationalen Zentrum“ der Neonazis auf die Straße gegangen. Wir haben zusammen ein starkes Zeichen für ein solidarisches Miteinander und gegen Rassismus, Sexismus, Nationalismus und Antisemitismus gesetzt.

Redebeiträge und Kundgebung

Die Demonstration startete mit einem Redebeitrag über die antifeministischen und rückständigen Ansichten der Neuen Rechten, vor allem der Populist*innen der AfD. Die feministische Gruppe ultraviolett* setzte sich inhaltlich in ihrem Beitrag mit dem starren traditionellen Familien- und Frauen*bild der AfD auseinander. Über die Ostenallee erreichten wir dann den Kentroper Weg, wo wir in direkter Nähe der Räumlichkeiten der Neonazis auf der Ecke Kentroper Weg/Josef-Wiefels-Straße unsere Zwischenkundgebung starteten. Auf der Kundgebung thematisierte der Redebeitrag des haekelclub590 das Wahlergebnis der AfD in Hamm, den Strategiewechsel der Neonazi-Szene und bekundete Solidarität mit allen Menschen, die keinen Bock auf Neonazis im Fußball oder ihrer Umgebung haben. Zudem zeigten Genoss*innen der Antifaschistischen Linken Münster in ihrem Beitrag über den Kentroper Weg 18 dessen Bedeutung als Vernetzungs- und Veranstaltungsort auf. Sie betonten wie bedeutend die Räumlichkeiten für eine überregional vernetzte Neonazi-Szene sind und wie massiv die Hammer Neonazis im Rechtsrock Milieu verankert sind. Am Bahnhof Hamm berichteten Aktivist*innen von Jugendliche ohne Grenzen über ihre Erfahrungen und betonten die Wichtigkeit eines gemeinsamen Miteinanders. Zum Abschluss der Demonstration problematisierte die Linksjugend solid Hamm in ihrem Redebeitrag den Rechtsruck in der Gesellschaft.

Neonazis und der Kentroper Weg 18

Bei unserer Ankunft zur Zwischenkundgebung in unmittelbarer Nähe der Räumlichkeiten am Kentroper Weg 18 warteten bereits mehrere Neonazis. Sie waren vermummt und präsentierten sich mit einschlägig menschenverachtenden Bannern und Plakaten auf dem Dach des Kentroper Weg 18, sowie in dessen Vorhof. Dabei wurde der klägliche Versuchs gestartet die Umgebung des Kentroper Weges als “Nazikiez” zu markieren und mit etwas erbärmlicher Pyrotechnik begleitet. Bereits im Vorfeld verklebten Neonazis entlang unserer Demonstrationsroute rechte Sticker. Die beim Eintreffen der Demonstration applaudierenden Anwohner*innen zeigten jedoch deutlich, dass das vermeintliche “Nationale Zentrum” sich in keinster Weise in einen vermeintlichen Nazikiez” einbettet. Nichtsdestotrotz sollte die Bedeutung dieser Räumlichkeiten für Neonazis nicht verharmlost werden. Das Verhalten der extremen Rechten vor Ort bestätigt erneut die Relevanz und Symbolhaftigkeit des Treffpunktes für die hiesige Szene und von einem Rückzug der Neonazi-Szene aus Hamm kann nicht gesprochen werden, wie es lokale Medien im Vorfeld unserer Demonstration suggerierten.

(Neonazis auf dem Dach des Kentroper Weg 18)

Fazit

Wir freuen uns sehr, dass wir auch in diesem Jahr ein starkes und entschlossenes Zeichen gegen rechte Strukturen und Neonazis in Hamm setzen konnten. Wir sind zufrieden erneut ein zivilgesellschaftlich übergreifendes Bündnis geschlossen zu haben, welches unsere Erwartungen übertroffen hat. Dennoch ist aktuell mit der aufstrebenden AfD in Hamm und dem Fortbestehen einer der aktivsten Neonazi-Szenen in Nordrhein-Westfalen noch viel zu tun. Denn Nationalismus, Ausgrenzung und der Hetze gegen Geflüchtete muss widersprochen und mit einer starken Zivilgesellschaft gegenübergetreten werden. Somit bleiben wir dabei, „Kein Raum für Rechts – Nazistrukturen zerschlagen!“

Redebeitrag 3.10. (haekelclub590)

Oktober 6th, 2017 by naet

Für alle, die unseren Redebeitrag am Samstag nicht hören konnten, hier einmal schriftlich:

 

Willkommen zur Demo des Haekelclub590. Wir gehen heute unter dem Motto “Kein Raum für Rechts – Nazistrukturen zerschlagen” für ein solidarisches und weltoffenes Hamm auf die Straße. Mit unserer Demonstration wollen wir ein Zeichen gegen den anhalten Rechtsruck im Land setzen, Nazistrukturen skandalisieren und uns mit Geflüchteten solidarisieren.

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Anreiseempfehlung

September 29th, 2017 by naet

Die Informations- und Mobilisierungsvorträge sind erfolgreich abgeschlossen.

Derweil gibt es für unsere Demonstration am 3. Oktober aus mehreren Städten Treffpunkte und Anreiseempfehlungen:

Werne: 11:05 Uhr Zugempfehlung Eurobahn nach Dortmund

Bochum: 11:40 Uhr Treffpunkt Hauptbahnhof vor dem Haupteingang

Paderborn: 11:40 Uhr Treffpunkt am Hauptbahnhof

Münster: 11:50 Uhr Treffpunkt Gleis 3, Hauptbahnhof

Dortmund: 12 Uhr Treffpunkt am Hauptbahnhof Nordausgang (vor Cinestar)

Hagen: 12:10 Uhr Treffpunkt am Hauptbahnhof

(Beitrag wird aktualisiert, wenn mehr Empfehlungen dazu kommen)

 

Falls euch weitere Anreisen, Treffpunkte oder Empfehlungen bekannt sind könnt ihr uns diese über kontakt@haekelclub590.de gerne mitteilen.

Mobilisierungs- und Informationsveranstaltungen!

September 22nd, 2017 by naet

Anlässlich unserer Demonstration “Kein Raum für Rechts – Nazistrukturen zerschlagen!”, finden drei Mobilisierungs- und Informationsveranstaltungen statt:

- 26. September um 18 Uhr im Parteibüro von Die Linke Hamm (Oststraße 48, 59065 Hamm)

- 27. September um 19 Uhr im Nordpol in Dortmund (Münsterstraße 99, 44145 Dortmund)

- 28. September um 18 Uhr in den Räumlichkeiten des Freygeist e.V. in Münster (Leostraße 16, 48153 Münster)

Der Schwerpunkt der Vorträge wird auf einer Vorstellung der organisierten Neonazistrukturen in Hamm liegen, jedoch werden wir auch über den lokalen Kreisverband der AfD sprechen. Anschließend gibt es noch Informationen über unsere Demonstration, die am 3. Oktober stattfindet.
Die Demonstration richtet sich gegen den gesellschaftlichen Rechtsruck, die AfD, geflüchtetenfeindliche Politik und Nazis jedweder Couleur.

Kommt vorbei, wir freuen uns auf euch!

 

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Stellungnahme zum Artikel des Westfälischen Anzeigers vom 13.September 2017

September 20th, 2017 by naet

Aus gegebenem Anlass beziehen wir Stellung zum Artikel „Rechte blasen Demo am Einheitstag ab“ (1) (erschienen im Westfälischen Anzeiger vom 13. September 2017). In diesem wird behauptet, dass es um die rechte Szene in Hamm ruhig geworden sei und Neonazis in Hamm folglich keine Gefahr mehr darstellten. Wir weisen die Auffassung des Artikels vehement zurück, dass unsere Demonstration am 3. Oktober unter dem Motto “Kein Raum für Rechts – Nazistrukturen zerschlagen!” überflüssig sei.

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Kein Raum für Rechts – Nazistrukturen zerschlagen!

September 9th, 2017 by naet

 

Im Juli versammelten sich in Themar über 6000 Anhänger der rechtsradikalen Szene, darunter mehrere Hammer Neonazis. Es war eines der größten Rechtsrock-Konzerte der vergangenen Jahre – und eine klare Machtdemonstration. Doch dies ist nur der vorläufige Höhepunkt eines anhaltenden Trends. Ermutigt durch den anhaltenden gesellschaftlichen Rechtsruck, treten Neonazis zunehmend selbstbewusster auf. Wie hoch das Gewaltpotential innerhalb der Szene ist, offenbarte sich zuletzt im US-amerikanischen Charlottesville, dort ermordete im August ein Rechtsterrorist die Antifaschistin Heather Heyer. Auch hierzulande nehmen Angriffe auf politische Gegner und all jene, die nicht in das Weltbild der Neonazis passen, seit Jahren zu. Mit dieser Politik der Einschüchterung wollen Neonazis No-Go-Areas, sogenannte “National befreite Zonen”, etablieren. Um dem rechten Terror erfolgreich die Stirn zu bieten, braucht es eine starke Zivilgesellschaft, die rechten Agitatoren entschlossen entgegentritt und der Hetze Einhalt gebietet. Darum rufen wir Euch auf, am dritten Oktober gemeinsam mit uns auf die Straße zu gehen. Wir wollen laut und bunt gegen den anhaltenden Rechtsruck demonstrieren und Nazistrukturen skandalisieren.

Hamm bleibt Nazihochburg
Gerade in Hamm zeigt sich, was passiert, wenn hervorragend vernetzte Neonazis ungestört agieren können. So besuchen beispielsweise Mitglieder der Partei „Die Rechte Kreisverband Hamm“ regelmäßig Konzerte im gesamten Bundesgebiet oder unterstützen Großveranstaltungen, wie zuletzt den Rudolf-Hess-Marsch in Berlin. In Hamm selbst leben die Neonazis ihre rechte Erlebniswelt bei Fußballspielen von Lokalvereinen oder im sogenannten Nationalen Zentrum im Kentroper Weg 18 aus. So fand am 29. April im Kentroper Weg ein Vortrag des mehrfach vorbestraften Nazi-Kaders Dieter Riefling statt. Anschließendem durfte der rechtsextreme Liedermacher und bekennende NSU-Fan FreilichFrei seine menschenverachtenden Stücke zum Besten geben. Solange Freiräume wie der Kentroper Weg existieren, werden in Hamm weiterhin Veranstaltungen stattfinden, die Rassismus sowie Antisemitismus zelebrieren und das Dritte Reich glorifizieren. Deshalb schließt euch am 3. Oktober unserer Demo an. Gemeinsam fordern wir die Schließung des Kentroper Wegs!

Keine Nazidemo in Hamm
Wie im vergangenen Jahr, wird es am 3. Oktober in Hamm keine Neonazi-Demo geben. Ursprünglich sollte die Demonstration am Tag der deutschen Einheit jährlich stattfinden und die verbotene Demonstration zum „Nationalen Antikriegstag“ am 1. September in Dortmund ersetzen. Großspurig hatten die Hammer Neonazis ihre Demonstration für die kommenden zehn Jahre angemeldet. Doch dieses Jahr ist bereits das zweite Jahr in Folge, in dem sie die Demoanmeldung zurückgezogen haben. Unabhängig davon wollen wir als Haekelclub590 am 3. Oktober unsere Inhalte auf die Straße tragen.
Unter dem Motto “Kein Raum für Rechts – Nazistrukturen zerschlagen” wollen wir ein Zeichen gegen rechte Hetze und hiesige Nazistrukturen setzen. Lasst uns gemeinsam für eine offene Gesellschaft ohne Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung einstehen!

Rechte Propaganda in den Parlamenten
Denn rechtes Gedankengut ist längst im Mainstream angelangt. Wie attraktiv rechte Parolen für viele Deutsche sind, zeigen die Prognosen zur Bundestagswahl am 24. September: Mit der Alternative für Deutschland (AfD) wird voraussichtlich eine völkische Partei in den Bundestag einziehen. Die AfD vertritt ein rassistisches Welt- und rückständiges Familienbild sowie eine chauvinistische Sozialpolitik. Sie fordert offen das Ende des Erinnerns an die deutschen Verbrechen während der NS-Zeit, hetzt gegen Geflüchtete und macht dumpfen Nationalismus salonfähig. Wie schnell dieser in offenen Hass umschlägt, lässt sich beinahe täglich beobachten: 25 Jahre nach den Angriffen des rassistischen Mobs auf das Sonnenblumenhaus in Rostock-Lichtenhagen brennen in Deutschland wieder Unterkünfte.

Festung Europa
In diesem Klima gesellschaftlicher Verrohung höhlt die Politik das Grundrecht auf Asyl weiter aus und erweitert die Liste der sicheren Herkunftsländer. Vom Optimismus der Willkommenskultur ist wenig geblieben. Stattdessen setzen Deutschland und die EU auf Abschottung und Abschreckung. In Zusammenarbeit mit Diktaturen, Failed States und Unrechtsregimen werden Geflüchtete daran gehindert, den Mittelmeerraum zu erreichen. Die deutsche Bundesregierung plant die militärische Aufrüstung dieser Regime und nimmt damit humanitäre Katastrophen in Kauf. In libyschen Auffanglagern herrschen heute schon schlimmere Zustände als in Ungarn 2015. Folter, Vergewaltigungen und Hinrichtungen sind an der Tagesordnung.

Schau hin, misch dich ein!
Wir wollen nicht länger tatenlos zusehen! Kein Mensch ist illegal. Zeigt eure Solidarität mit Geflüchteten und stellt euch gegen den Rechtsruck. Wir rufen jede*n dazu auf sich uns anzuschließen. Kommt am 3. Oktober um 13 Uhr zum Hauptbahnhof (Luisenstraße) und zeigt, dass ihr keinen Bock auf Neonazis habt – weder auf unseren Straßen noch in unseren Parlamenten!

3.Oktober 2017 | 13 Uhr | Luisenstraße | Bahnhof Hamm [Westf.]

Kommende Infos findet Ihr hier auf unserer Seite oder hier.

- Offener Brief zur Berichterstattung am 4. August -

August 15th, 2017 by naet

Hier unser offener Brief an den Chefredakteur des Westfälischen Anzeigers, Martin Krigar. Anlass ist ein WA-Artikel vom 4. August, in dem der haekelclub im Zusammenhang mit Straftaten gebracht wird.

 

Sehr geehrter Herr Krigar,

 

am 4. August erschien im Hammer Teil des Westfälischen

Anzeigers ein Artikel, der suggerierte, dass wir als haekelclub

590 im Zusammenhang mit Straftaten stünden, die Verfassungsschutz

und Staatsschutz zu „linker Gewalt“ zählen.

Gleichzeitig wurde suggeriert, dass der haekelclub 590 in

Zusammenhang mit Ausschreitungen und Gewalttaten in

Hamburg stünde. Im Umfeld dieses Presseberichts wurden

auch in Leserbriefen und im Internet offensichtliche Lügen und

Zusammenhänge hergestellt, die jeder Grundlage entbehren.

Daher bitten wir um folgende Klarstellung:

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Nachbetrachtung der Kundgebung “Neonazis die Räume nehmen!” (29.4.17)

Mai 3rd, 2017 by naet

Wegen einer Vortrags- und Konzertveranstaltung mit einschlägig bekannten Neonazis, rief der „Haekelclub590“ am 29. April zu der Kundgebung “Neonazis die Räume nehmen!” in direkter Nähe zum sogenannten “Nationalen Zentrum” im Kentroper Weg 18 auf. 90 Menschen folgten diesem Aufruf. Erst einmal vielen Dank an die Teilnehmer*innen für die Unterstützung! Gemeinsam haben wir gezeigt, dass wir keinen Bock auf Neonazis in Hamm haben. Read the rest of this entry »

Redebeitrag 29.4. (haekelclub590)

Mai 3rd, 2017 by naet

Für alle, die unseren Redebeitrag am Samstag nicht hören konnten, hier einmal schriftlich:

Geschichte und Vorfälle am Kentroper Weg

Nach dem Verbot der Kameradschaft Hamm am 23. August 2012 und der vorherigen Kündigung ihrer Lokalität an Werlerstraße organisierten sich die hiesigen Neonazis schnell neu und gründeten schon im Oktober 2012 den Kreisverband der Partei „Die Rechte“.

Im November desselben Jahres wurde von der eindeutig rechten Bruderschaft „Fraternitas Germania“ das sogenannte Zuchthaus im Kentroper Weg 18 eröffnet. Von Anfang an waren Mitglieder der verbotenen Kameradschaft Hamm in diesen Räumlichkeiten zugegen. Anscheinend kam es im Laufe der Zeit, auch durch den Druck antifaschistischer Recherche, und Streitigkeiten zwischen den Bruderschafts-Mitgliedern und Neonazis zur Trennung. Mitglieder der Bruderschaft, die nicht mit den Nazis kooperierten verließen die Bruderschaft. Die Sympathisanten, wie zum Beispiel Tim Hauptführer, traten der Partei  Die Rechte“ bei oder organisierten sich mit in derem Umfeld. Read the rest of this entry »

Redebeitrag 29.4. (Antifa)

Mai 3rd, 2017 by naet

Liebe Freundinnen und Freunde, es freut mich, dass ihr alle heute zu unserer Kundgebung gekommen seid, um gegen die Veranstaltung im „Nationalen Zentrum“ zu demonstrieren. Ich denke, es ist höchste Zeit, dass alle Anstrengungen intensiviert werden, damit dieser Ort nicht länger von den Nazis genutzt werden kann. Read the rest of this entry »