Gegenkundgebung: “Kein Platz für rassistische Hetze in Hamm!”

Mai 27th, 2016 by naet

GEGENKUNDGEBUNG / 28.05.16 / 11.00 UHR

NEUE BAHNHOFSSTRASSE / HÖHE GUSTAV-LÜBCKE MUSEUM

Am 28.05 um 12 Uhr wollen Neonazis der Partei “Die Rechte” in Hamm demonstrieren. Ihre Demonstration ist Teil der Werbekampagne für den rechtsradikalen “Tag der deutschen Zukunft” (TddZ).

Der TddZ wurde 2009 von der “Initiative gegen Überfremdung” gegründet und ist in der rechten Szene eine Art Wanderpokal. Die Demonstrationen fanden bisher hauptsächlich in Ost- und Norddeutschland statt, dieses Jahr soll die rechtsradikale Veranstaltung erstmals in NRW stattfinden. Am 04.06 werden deshalb in Dortmund mehrere hundert gewaltbereite Neonazis aus ganz Deutschland und Teilen Europas erwartet.

Die angekündigte Veranstaltung in Hamm soll der Auftakt für den TddZ in Dortmund sein.
 Das Hamm als Aufmarschort gewählt wurde, ist keine Überraschung: Zwischen den Dortmunder und Hammer Aktivist*innen bestehen enge Verbindungen – zuletzt im März nahmen über ein Dutzend Dortmunder Neonazis an einer Demonstration in Hamm Teil, den Lautsprecherwagen und die Boxen stellten sie auch zur Verfügung.

Ob im Oktober oder Mai, Nazis lassen wir in Hamm nicht ungestört marschieren – geht mit uns auf die Straße, um bereits im Vorfeld des “TddZ” den Nazis die Tour zu vermasseln!

Kommt auf unsere Kundgebung am Samstag um 11 Uhr zur Neuen Bahnhofsstraße in Höhe des Gustav-Lübcke Museums!

 

Kein Tag der deutschen Zukunft

Mai 25th, 2016 by naet

Am 28.05 um 12 Uhr wollen Neonazis der Partei “Die Rechte” in Hamm demonstrieren. Ihre Demonstration ist Teil der Werbekampagne für den rechtsradikalen “Tag der deutschen Zukunft” (TddZ).

Der TddZ wurde 2009 von der “Initiative gegen Überfremdung” gegründet und ist in der rechten Szene eine Art Wanderpokal. Die Demonstrationen fanden bisher hauptsächlich in Ost- und Norddeutschland statt, dieses Jahr soll die rechtsradikale Veranstaltung erstmals in NRW stattfinden. Am 04.06 werden deshalb in Dortmund mehrere hundert gewaltbereite Neonazis aus ganz Deutschland und Teilen Europas erwartet.

Die angekündigte Veranstaltung in Hamm soll der Auftakt für den TddZ in Dortmund sein.
Dass Hamm als Aufmarschort gewählt wurde, ist keine Überraschung Zwischen den Dortmunder und Hammer Aktivist*innen bestehen enge Verbindungen – zuletzt im März nahmen über ein Dutzend Dortmunder Neonazis an einer Demonstration in Hamm Teil, den Lautsprecherwagen und die Boxen stellten sie auch zur Verfügung.

Ob im Oktober oder Mai, Nazis lassen wir in Hamm nicht ungestört marschieren – geht mit uns auf die Straße, um bereits im Vorfeld des “TddZ” den Nazis die Tour zu vermasseln!
Es wird eine Kundgebung von uns angemeldet, nähere Infos werden hier auf der Seite veröffentlicht!

Stay tuned

HAM: Diskriminierender Werbung muss widersprochen werden!

April 27th, 2016 by naet

Am 25.April 2016 strahlte das Lokalradio „LippeWelle Hamm“ einen Beitrag mit dem Titel „Lustige Werbung oder eher daneben?“ zu einem „Fundstück“ aus Hamm aus. Es handelte sich um die Werbung der Bäckerei Hake aus Hamm, in der Schokoküsse beworben werden sollten, indem die Bäckerei diese als „Schaumwaffeln mit Migrationshintergrund“ bezeichnete. Zusätzlich wurde auf das Lied „10 kleine N********“ angespielt mit ihrer Umdichtung „10 kleine Schaumwaffeln mit Migrationshintergrund woll’n in die Schachtel rein, da ham‘ sie nicht gut nachgezählt, denn zwölfe passen rein“. Auf der Verpackungsschachtel sind kleine Schokoküsse mit dicken roten Lippen und großen runden Augen abgebildet. Dieses Bild greift auf eine langjährige rassistische Tradition zurück, indem alte koloniale Stereotype reproduziert werden – das ist nicht hinzunehmen! Wir finden es unverantwortlich, vermeintlich humorvoll-provokative Mittel für die Bewerbung von Waren zu nutzen und fordern journalistische Instanzen dazu auf einen kritischen Umgang damit zu finden. In der Debatte zur herrschaftskritischen Sprache, in die auch die Umbenennung von Lebensmitteln auf Grund von diskriminierenden Bezeichnungen fällt, wird immer wieder die Position der weißen Mehrheitsgesellschaft als Norm vertreten und eine sich selbst zugesprochene Deutungshoheit beansprucht. Das Selbstbestimmungsrecht von schwarzen Menschen und von People of Colour wird in diesem Diskurs häufig nicht berücksichtigt. Ihnen wird aberkannt selbst zu bestimmen, wie sie genannt oder eben nicht genannt werden möchten. Beispiele wie dieses zeigen auf, dass immer wieder Gelegenheiten dazu genutzt werden, einen sensiblen Umgang mit Sprache und ein Mitdenken von Machtverhältnissen zu verhöhnen und zu verspotten. Wir können darüber nicht lachen.
Aufgrund der unkritischen Übernahme der Werbung und der Bühne, die solchem Gedankengut damit geboten wurde, wurde bei Radio LippeWelle Beschwerde eingereicht. Ein Beschwerdebrief an Bäckerei Hake wurde selbstverständlich auch versendet.

Als Reaktion auf die Beschwerde, meldete sich Chefredakteur Gerd Heistermann telefonisch, um über den Beitrag zu sprechen. In diesem Gespräch räumte er ein, dass der Umgang mit dem Thema zu leichtfertig und undifferenziert stattfand. Er versuchte deutlich zu machen, dass diese Darstellung weder seine, noch die Meinung des Senders widerspiegle, sondern lediglich eine – nicht reflektierte – Wiedergabe dieser Werbung sein sollte. Des Weiteren räumte Herr Heistermann ein, das Bild nicht kontrolliert zu haben und in diesem Zuge die Verbreitung eines von rassistischen Stereotypen geprägten Bildes vom Sender nicht verhindert zu haben. Er zeigte sich persönlich sehr betroffen und betonte, dass dieses Gespräch ihn zum Nachdenken angeregt und ihm die geschichtliche Verantwortung für solche Themen vor Augen geführt habe.
Zu einer Gegendarstellung durch den Sender hatte Herr Heistermann leider nichts Konkretes zu sagen. Auch auf die Bitte hin, die LippeWelle möge eine Gegendarstellung senden und auf Facebook den Post differenzierter darstellen, war die Reaktion sehr vage.

Es bleibt zu hoffen, dass die LippeWelle sich noch klar zu ihrer unangebrachten Berichterstattung positionieren und aus diesem Vorfall Konsequenzen ziehen wird.

3. Oktober – Eine Nachbetrachtung

Oktober 13th, 2015 by naet

Auch dieses Jahr ist es dem haekelclub590 gelungen, ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis auf die Beine zu stellen und in Zusammenarbeit mit verschiedenen Hammer Akteur*innen am 3. Oktober ein deutliches Zeichen gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit zu setzen. Unter dem Motto ‘Das Problem heißt Rassismus – Geflüchtete unterstützen’ sind vergangenen Samstag knapp 800 Menschen gegen rechtsradikale Hetze und für ein solidarisches Miteinander auf die Straße gegangen.

„Das Problem heißt Rassismus!“

Um 12 Uhr begann der Tag mit der Auftaktkundgebung des haekelclub590, eine halbe Stunde später formierte sich eine Blockade des Hammer Hauptbahnhofs. Antifaschist*innen aus ganz NRW machten von ihrem demokratischen Recht Gebrauch und versperrten den Neonazis den Weg zu ihrer Demoroute. Der haekelclub590 rief zu Solidarität mit den Blockierer*innen auf und in der Tat strömten ungefähr 250 Demonstrationsteilnehmende auf den Bahnhofsvorplatz, um die Aktivist*innen lautstark mit Sprechchören zu unterstützen und den Haupteingang des Bahnhofs zu blockieren. Durch die gewaltsame Räumung der Blockaden ermöglichte es die Polizei den Neonazis jedoch auch in diesem Jahr, ihre fremdenfeindliche und menschenverachtende Propaganda planmäßig kundzutun.

Durch die Blockaden verzögerte sich der Start der antifaschistischen Demonstration geringfügig, doch gegen 13.30 Uhr setzte sich der Demonstrationszug mit seinen rund 800 Teilnehmenden aus Hamm und Umgebung endgültig in Bewegung, um die geplante Route durch die Innenstadt abzulaufen.
Die Redebeiträge des haekelclub590, der feministischen Frauen*gruppe ultraviolett*, der Jugendlichen ohne Grenzen und des christlich-muslimischen Gesprächskreises aus dem Hammer Westen unterstrichen eindrucksvoll, dass in Hamm ein breites Bündnis zivilgesellschaftlicher Akteur*innen bereit ist, praktische Solidarität mit Geflüchteten zu üben und rassistischen Demagogen die Stirn zu bieten. Die Demonstration verlief ungestört und endete planmäßig in der Nähe des Gustav-Lübcke-Museums, wo die Auftaktkundgebung der Rechtsradikalen gemeinsam lautstark gestört werden konnte.
So konnte der haekelclub590 und seine Unterstützer*innen – wie bereits in den vergangenen Jahren – auch dieses Jahr wieder friedlich und bunt unter Beweis stellen, dass in Hamm kein Platz für Neonazis und ihre menschenverachtende Propaganda ist.

Gegen 15.30 Uhr fand nach offizieller Auflösung der Demonstration an der Pauluskirche in der Hammer Innenstadt eine Spontankundgebung statt, von der aus sich einige Antifaschist*innen auf den Weg zum Kentroper Weg machten, um gegen das sich dort befindliche, vermeintliche nationale Zentrum der Hammer Neonaziszene zu protestieren. Die Antifaschist*innen, die aus ganz NRW angereist waren, trafen am Kentroper Weg auf gewaltbereite Rechtsradikale  und Polizist*innen. Die bewaffneten Neonazis stürmten aus dem Gebäude und bedrohten die ankommenden Demonstrant*innen mit Pfefferspray, Messern und Teleskopschlagstöcken. Das massive Gewaltaufgebot stoppte die Antifaschist*innen, sodass sie ihren Protest nicht weiter fortführen konnten. Der haekelclub590 bedauert, dass die Polizei sich nicht gegen die bewaffneten Faschist*innen gewendet hat, sondern stattdessen die friedlichen Kundgebungsteilnehmenden angriff.

Asylflut stoppen“?

Die Beteiligung an der Veranstaltung der Hammer Neonazis fiel im Vergleich mager aus. Dem Demoaufruf von Die Rechte Kreisverband Hamm, Nachfolgerin der verbotenen Kameradschaft Hamm, folgten im Endeffekt nur knapp 300 Rechte, die unter dem Motto “Asylflut stoppen” beinahe ungestört durch den Hammer Westen marschieren konnten. Ein Blockadeversuch von Bürger*innen, Künstler*innen und Aktivist*innen auf der Demoroute der Neonazis wurde von der Polizei rücksichtslos unterbunden.
Am Abend, nach Ende der Demonstration, wurden dann noch rund 75 „volkstreue Deutsche“ von der Polizei zu den Räumlichkeiten im Kentroper Weg geleitet, wo sie in den zweifelhaften Genuss kamen, dem ewiggestrigen Geseiere der mehrfach verurteilten Shoaleugnerin und Altnazistin Ursula Haverbeck zu lauschen.

Dass die Neonazis ihre Demonstration entgegen aller Fakten als Erfolg feiern, verwundert nicht weiter. Es ist jedoch äußerst erfreulich und spricht für sich, dass die antifaschistische Gegendemonstration des haekelcubs590 letztlich mehr als doppelt so viele Menschen wie die Neonazis auf die Straße bringen konnte.
Besonders beachtenswert ist aber vor allem, dass es erneut gelungen ist, über eine Gegendemonstration hinaus Aktionen gegen die Neonazis zu organisieren. Es stimmt hoffnungsvoll, dass von verschiedenen Teilen der Zivilgesellschaft Blockaden versucht und erfolgreich durchgesetzt werden konnten!

“Geflüchtete unterstützen!”

Vielen Dank an alle, die am Samstag auf die Straße gegangen sind, um zu zeigen, dass das Problem nicht die „Flüchtlingkrise“ oder Geflüchtete sind, sondern die Abschottung und Ignoranz der EU!
Der haekelclub590 möchte an dieser Stelle aber auch noch einmal in Erinnerung rufen, dass es allein in diesem Jahr, je nach Zählung, bereits über 150 Kundgebungen und Demonstrationen gegen Geflüchtete, 310 Anschläge auf Unterkünfte und 76 Übergriffe auf Geflüchtete gegeben hat.
Nur ein Bruchteil dieser Anschläge und Übergriffe wurde von organisierten Neonazis begangen. Die Täter*innen lassen sich größtenteils in der sogenannten Mitte der Gesellschaft verorten, wo der Hass auf das imaginiert Fremde unkontrolliert schwelt!

Die geistigen Brandstifter finden sich nicht nur an Stammtischen und in Kommentarspalten, sondern gerade auch in Redaktionen und Parlamenten.
Weder NPD, noch Die Rechte sondern die bürgerlichen Parteien veranlassen die menschenverachtenden Gesetze, die das Grundrecht auf Asyl de facto aushebeln, erleichtern Abschiebungen und finanzieren die Mauern der Festung Europa.

Wer Rassist*innen verharmlosend als Asylkritiker*innen bezeichnet oder als Bürger*innen, deren Sorgen man ernst nehmen müsse und gleichzeitig Geflüchtete als Problem abstempelt, Flucht kriminalisiert und angesichts der inszenierten Ausnahmesituation die Volksgemeinschaft beschwört, der darf sich über Ausschreitungen wie in Heidenau und Freital, Übergriffe und brennende Geflüchtetenunterkünfte nicht wundern.
Das Problem heißt Rassismus und muss als solches auch klar benannt werden. Der haekelclub590 wird auch weiterhin gegen dieses menschenverachtendes Gedankengut ankämpfen, das sich vom rechten Rand bis weit in die Mitte dieser Gesellschaft hinein feststellen lässt.
Solidarität muss praktisch werden – kein Mensch ist illegal – Refugees welcome!

Breites Bündnis ruft zur Demo am Samstag auf

September 30th, 2015 by naet

Am kommenden Samstag, den 3. Oktober wollen erneut Neonazis in Hamm aufmarschieren und ihre menschenverachtenden Parolen rufen. Viele Hammer Gruppen, Verbände und Organisationen rufen dazu auf, sich an der großen gemeinsamen Gegendemonstration zu beteiligen.

Treffpunkt für die Demonstration ist am Samstag um 12:00 Uhr auf der Gustav-Heinemann-Straße (vor dem Technischen Rathaus). Um 12:30 Uhr beginnt die Demonstration, die durch die Hammer Innenstadt führt. Der Endpunkt ist vor dem Gustav-Lübcke-Museum auf der Neuen Bahnhofstraße. Dort versammelt sich der Nazi-Aufmarsch, so dass wir lautstark klar machen können, dass ihre Hetze in unserer Stadt nicht willkommen ist. Ende ist gegen ca. 14 Uhr.

Die Demonstration unter dem Motto „Das Problem heißt Rassismus! Geflüchtete unterstützen!“ richtet sich dabei nicht nur gegen den Naziaufmarsch. Egal ob Pegida, AfD oder die Verschärfung der Asylgesetze: Das Problem heißt Rassismus und muss als solches benannt werden. Gemeinsam wollen wir zeigen, dass wir solidarisch mit allen Geflüchteten sind. Schon am vergangenen Samstag, als sich 200 Menschen vor die ZUE stellten und am Sonntag, als tausende Besucher zum Tag der offenen Tür in die ZUE strömten, setzten sich viele für eine bessere Anerkennung von Geflüchteten ein. Am kommenden Samstag wollen wir gemeinsam zeigen, dass Hamm alle Geflüchteten willkommen heißt und rechter Hetze entgegentritt.

Wie in den vergangenen Jahren wird die Demonstration erneut vom antifaschistischen Jugendbündnis haekelclub 590 organisiert. Zu der Demonstration rufen neben dem DGB, dem Evangelischen Kirchenkreis Hamm, der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde, der Flüchtlingshilfe Hamm e.V. und den Parteien SPD, Grüne und Linke auch der gesamte Runde Tisch gegen Radikalismus und Gewalt auf. Diesem gehören die Stadt Hamm, die Parteien, die Kirchen, die IHK, Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbände, die Wohlfahrtsverbände, die AIDS-Hilfe, die Arnold-Freymuth-Gesellschaft und viele weiter an.

Gemeinsam können wir am Samstag ein starkes Zeichen gegen rechtes Gedankengut setzen.

Demonstration am 3. Oktober

September 8th, 2015 by naet

Unter dem Titel „Masseneinwanderung und Asylmissbrauch stoppen!“ wollen erneut Neonazis am 3. Oktober in Hamm aufmarschieren. Sie sind die Spitze des Eisbergs einer rassistischen und ausgrenzenden Politik. Das Problem sind nicht Geflüchtete, das Problem sind keine Schlepper*innen – das Problem ist die militärische Abschottung Europas.

Das Problem heißt Rassismus.

Wir rufen alle Menschen dazu auf, am 3. Oktober nach Hamm zu kommen um gegen den Naziaufmarsch und die menschenverachtende Asylpolitik auf die Straße zu gehen. Treffpunkt ist um 12 Uhr direkt am Hammer Bahnhof auf der Gustav-Heinemann-Straße. Alle Informationen auf unserer Demo-Seite unter hamm.noblogs.org

Erstaufnahmelager in Hamm-Heessen für bis zu 500 Geflüchtete eingerichtet

Juli 8th, 2015 by naet

Anfang des Jahres ertranken 400 Geflüchtete elendig im Mittelmeer, sie sind zerschellt an den Grenzen der Festung Europa. Patriotische Europäer gehen auf die Straße und protestieren gegen Roma, die aus ihren in Brand gesteckten Dörfern nach Deutschland flüchten. Statistisch gesehen findet in Deutschland jeden zweiten Tag eine flüchtlingsfeindliche Demonstration statt. Fernab von Statistiken, wartet ein wütender deutscher Mob vor der Erstaufnahmestelle in Freital. So trägt der rassistische Normalzustand in dem wir leben seine widerlichen Früchte.

Und während die braven Deutschen in der Hitze schwitzten, hat die Bundesregierung das Asylrecht verschärft und die Flucht und all ihre unvermeidlichen Aspekte für illegal erklärt. Dieser Affront gegen ein Leben in Freiheit und Selbstbestimmtheit, wie es jedem Menschen zu steht, hat nicht einmal für Aufsehen gesorgt. Dieser Skandal wurde verschluckt, verschwiegen, ausgeschwitzt.

KEIN MENSCH IST ILLEGAL!

Diese krisen-, konflikt- und vor allem kapitalismusgebeutelte Welt produziert immer mehr Menschen, die vor Gewalt und Leid in ihren Ländern flüchten müssen. Wir wollen uns solidarisch zeigen, wir wollen helfen! In Dortmund sind die Erstaufnahmelager völlig überfüllt, immer wieder mussten Menschen auf der Straße übernachten. Das Refugee-Camp am Bahnhof ist ein Akt der Selbstermächtigung von Geflüchteten, die auf ihre missliche Lage und ihre unbearbeiteten Asylanträge aufmerksam machen wollen. Und nun hat sich die Stadt Hamm bereit erklärt in der Alfred-Fischer-Halle in Heessen bis zu 500 Geflüchtete aufzunehmen. Eine Entlastung für Dortmund und für die Menschen. Im Hammer Osten in den Newcastle Barracks werden dann ab August bis zu 850 Geflüchtete aufgenommen werden, um die Zeit bis ihre Asylanträge bearbeitet werden zu überbrücken.

REFUGEES WELCOME

Der Haekelclub590 ruft zur Unterstützung der Geflüchteten in der Alfred-Fischer Halle in Heessen auf. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) nimmt Sachspenden entgegen, vor allem ordentliche Kindersachen werden benötigt! Nach telefonischer Absprache unter der Nummer 02381-920500 können die Sachen Spenden zum Pferdekamp 11 oder in die Brüderstraße 59 gebracht werden. Der Arbeiter-Samariter Bund (ASB) sucht ebenfalls ehrenamtliche Unterstützung im Bereich Soziale Arbeit, Pädagogen, Dolmetscher. Weitere Informationen dazu gibt es unter der Nummer 942400 oder als Mail an die Adresse info@asb-mittleres-westfalen.de.

Es ist Zeit Solidarität und Zivilcourage an den Tag zu legen! Für ein befreites Leben ohne Ausgrenzung!

Erinnern heißt kämpfen – Stadtführung am 2. Mai

Mai 3rd, 2015 by tada

Am 2. Mai 1933 kam es in Deutschland zum Sturm auf die Gewerkschaftshäuser durch die Nazis. Wir als haekelclub590 nahmen dieses historische Datum zum Anlass, um uns in einer dreistündigen Stadtführung die Auswirkungen des Nationalsozialismus auf das Hammer Stadtbild anzuschauen. Gestartet wurde am Rathaus (ehemaligen Oberlandesgericht), vorbei führte der Rundgang unter anderem am Sitz der Polizei und des Finanzamtes, um das zwangsarisierte ehemalige Horten-Gebäude (Heute: Kaufhof) bis hin zum alten Rathaus(Heute: Sparkasse). Deutsche als Täter*innen im Nationalsozialismus offenbarten sich uns wieder an vielen Stellen. von braven deutschen Beamt*innen als Schreibtischtäter*innen bis zur Durchführung der Deportationen aus Hamm durch die Reichsbahn – jede*r einzelne Deutsche war am faschistischen Vernichtungsfeldzug beteiligt. Sei es durch Oppurtunismus oder unreflektierte Aufgabenbewältigung und “Pflichterfüllung”.

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Schweigeminute für die Opfer der europäischen Flüchtlingspolitik

April 21st, 2015 by tada

Wir teilen hier den Aufruf der Jugendlichen ohne Grenzen:

Wir, die Jugendlichen ohne Grenzen, laden alle Menschen in Hamm für Freitag, den 24.04., zu einer Schweigeminute für die jüngsten Opfer der europäischen Flüchtlingspolitik ein. Wir treffen uns um 18.00 auf dem Bahnhofsvorplatz in Hamm, um unserer toten Brüder und Schwestern zu gedenken, die im Mittelmeer von der EU ermordet wurden. Allein in der letzten Woche kamen dort über 1200 Flüchtlinge ums Leben.

Ihrer zu Gedenken heißt für uns nicht nur, den Toten ein letztes Erinnern zu schenken und klar zu machen, dass wir sie nicht vergessen! Sondern auch, aufmerksam zu machen auf das Leid, das tagtäglich Menschen auf Ihrer Flucht widerfährt.

Europa umgibt ein nasses Grab

Auf journalistische Initiative beschäftigt Read the rest of this entry »

Einladung zur Filmvorstellung

März 27th, 2015 by tada

„Die Arier“ Deutschland 2014, 90 Min.

Dokumentarfilm im Anschluss Diskussion mit der Filmmacherin Mo Asumang

Freitag, 17. April 2015 18.00 Uhr im Cineplex Hamm

Eintritt 4,- €

Unter einem ganz persönlichen Blickwinkel geht die afrodeutsche Filmemacherin Mo Asumang auf die Suche nach den Ursprüngen des Begriffs „Arier“ und dessen Missbrauch durch Rassisten in Deutschland und den USA.

Was steckt hinter der „Idee des Herrenmenschen“ – um dies herauszufinden begibt sich Mo Asumang auf eine sehr spannende Reise. Sie mischt sich unter selbsternannte “Arier” auf Demonstrationen von Rechtsradikalen, reist zur Volksgruppe der Arier in den Iran, trifft sich in den USA mit weltweit berüchtigten Rassisten und begegnet dem Ku Klux Klan. Dort konfrontiert sie Menschen, die sich als “Arier” gerieren, mit der Frage, was ein “Arier” eigentlich sei.

Es zeigt die Brisanz der Film-Dokumentation, wenn es in der Beschreibung heißt, noch nie habe sich jemand filmisch so konkret mit dem Thema auseinandergesetzt –„ Und das, obwohl unter der vermeintlichen Marke ARIER in Deutschland gegen Menschen anderer Religion, Hautfarbe oder Geschlechtsorientierung gehetzt und gemordet wurde und wird.“

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