Anwohnende an Nazitreffpunkt informiert

September 27th, 2016 by naet

In der Nacht auf heute, den 27.9., verteilten wir mehrere hundert Flyer in der Umgebung des Nazitreffpunkts am Kentroper Weg 18. Der Treffpunkt besteht nun schon seit fast 4 Jahren, einigen Anwohnenden war dies aber gar nicht klar. Nun wissen viele von ihnen um ihre menschenverachtenden Nachbar*innen. Hier der Flyertext:

Liebe Anwohner*innen,

in Ihrer unmittelbaren Nähe befindet sich das sogenannte „nationale Zentrum“ der Hammer Naziszene. Die Hinterhofräumlichkeiten am Kentroperweg 18 werden seit dem Jahr 2013 von lokalen Rechtsextremist*innen in Anspruch genommen. Diese nutzen die Räumlichkeiten regelmäßig, sowohl für halb-private Feierlichkeiten als auch als rechten Veranstaltungsraum. Die Lokalität ist ein beliebter Anlaufpunkt für Nazis aus der Region und darüber hinaus. So wurden am Kentroper Weg bereits mehrfach Vorträge mit Geschichtsrevisionist*innen und Holocaust-Leugner*innen wie Udo Walendy, Ursula Haverbeck und Ernst Zündel, sowie ehemaligen SS-Männern organisiert. Darüber hinaus bestehen gute Kontakte zur NPD – Udo Voigt etwa durfte bereits in Hamm referieren.
Wohl aufgrund der Kontakte zweier Hammer Musiker, die bei Sleipnir (einer europaweit bekannten Rechtsrock-Band) spielen, finden „im Kentroper Weg“ auch regelmäßig Rechtsrock-Konzerte statt. Während des Kommunalwahlkampfs 2014 diente die Lokalität zudem als Wahlkampfzentrale.
Dass gewalttätige Nazis über einen Rückzugsort in Hamm verfügen, halten wir für sehr problematisch. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass all diejenigen, die nicht in das Weltbild der Nazis zu passen scheinen, ein potenzielles Angriffsziel darstellen. So gab es in den letzten Jahren bereits im Innenstadtraum, aber auch aus den Räumlichkeiten am Kentroperweg selbst heraus Angriffe auf vermeintlich linke Jugendliche. Darüber hinaus wurde in der unmittelbaren Nähe eine Gruppe von Geflüchteten mit einer Pistole verfolgt. Auch das aggressive Auftreten gegenüber missliebigen Nachbar*innen finden wir besorgniserregend – bereits mehrfach sind diese angegangen und bedroht worden. Selbst vor Jugendlichen machen die lokalen Rechten keinen Halt: Nachdem ein Schüler der Friedensschule angeblich ein Wahlkampfplakat von „Die Rechte“ abgerissen hatten, wurde er von bewaffneten Mitgliedern der Partei angegriffen, die ihn bis zum Eintreffen der Polizei in den Schwitzkasten nahmen. Der Jugendliche hatte zwischenzeitlich Angst zu ersticken.

Wir möchten Sie hiermit daraufaufmerksam machen, dass es sich bei den Räumlichkeiten nicht um ein harmloses Vereinsheim handelt, sondern die Extreme Rechte aus Hamm und der näheren Umgebung hier einen Anlaufpunkt für die Szene schafft, um ihr rechtes Gedankengut miteinander zu teilen und zu verbreiten.

Am 3. Oktober veranstalten wir eine Demonstration unter dem Motto “Schluss mit dem Nazischeiss!”, mit der wir uns unter anderem gegen die Hammer Nazis richten. Wir würden uns freuen, wenn Sie an dieser Demonstration teilnehmen würden, um mit uns zusammen ein Zeichen zu setzen. Treffpunkt ist der Willy-Brandt-Platz, um 11 Uhr.

PM: Kentroper Weg darf nicht Nazitreffpunkt bleiben

September 23rd, 2016 by naet

Liebe Leser*innen,

im Folgenden möchten wir zum wiederholten Male auf die Hinterhofräumlichkeiten des Kentroper Wegs 18 aufmerksam machen. Der Kentroper Weg ist neben einer gewöhnlichen Straße mit gewöhnlichen Häusern ein Ort, an dem der rechtsradikalen Szene in Hamm und Umgebung ein Raum geboten wird, um sich zu entwickeln und zu festigen. Neben unkontrollierten Saufgelagen und Konzerten rechtsradikaler Bands mit volksverhetzenden Liedtexten, finden dort auch Vorträge von Holocaust-Leugner*innen und andere Saalveranstaltungen statt. Regelmäßig wird dort nazistisches Gedankengut gelebt und verbreitet.

Wie die Antifaschistische Aktion Hamm vor wenigen Tagen offenlegte, soll am 1. Oktober erneut ein Rechtsrock-Konzert in den Räumlichkeiten stattfinden.¹
Wir, der haekelclub590, wollen das nicht unkommentiert lassen und nehmen es als Anlass, den Kentroper Weg 18 ebenfalls wieder einmal in den Fokus der Stadtgesellschaft zu rücken.

Die Veranstaltungen der lokalen Nazis finden in keinster Weise friedlich oder ruhig statt. Einige Vorfälle zeigen, dass die Veranstalter*innen sowie Besucher*innen des selbsternannten „Nationalen Zentrums“ ein hohes Gewaltpotenzial aufweisen und keine Rücksicht auf Anwohner*innen nehmen. So kam es bereits mehrmals zu Übergriffen in der Innenstadt und in unmittelbarer Nähe der Räumlichkeiten. Äußert sich jemand gegenüber den Rechtsextremist*innen kritisch oder zeigt gar offene Ablehnung, muss mit verbalen oder physischen Attacken gerechnet werden. Personen, die in der Umgebung in ihrem Aussehen oder Verhalten vom Weltbild der Nazis abweichen, werden zunehmend beobachtet, eingeschüchtert oder bedroht.

Uns ist vor allen Dingen wichtig zu zeigen, was sich genau hinter diesen Räumlichkeiten verbirgt. Es handelt sich bei ihnen nicht um einen harmlosen Freizeittreff zufällig rechtsgesinnter Menschen. Es sind etliche Veranstaltungen dokumentiert, in denen offen mit dem Nationalsozialismus kokettiert wird (etwa bei Veranstaltungen mit ehemaligen SS-Männern und Konzerten mit, den Nationalsozialismus verherrlichenden, Bands) und dessen Gräuel geschichtsrevisionistisch relativiert oder geleugnet werden. Mehrmals fanden in der Vergangenheit darüber hinaus Veranstaltungen mit bekannten NPD-Kadern statt.
Zudem diente während des Kommunalwahlkampfs 2014 die Lokalität als Wahlkampfzentrale und Rückzugsort der Partei “Die Rechte”. So ging auch aus dem Kentroper Weg der bewaffnete Angriff auf einen 15-jährigen Schüler aus, welcher angeblich ein Wahlplakat von “Die Rechte” an der Friedensschule abgerissen haben soll. Der Jugendliche wurde von zwei Mitgliedern des Kreisverbands festgehalten und bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten und zwischenzeitlich gewürgt. Er gab an, Angst um sein Leben gehabt zu haben.²

Es kann und darf nicht sein, dass die Stadt Hamm nichts gegen solche Zustände unternimmt! Nazis können in Hamm weitesgehend frei agieren, ohne Konsequenzen seitens der Stadt befürchten zu müssen. Unter anderem deswegen, findet am 03. Oktober 2016 unsere Demo unter dem Motto „Schluss mit dem Nazischeiss!“ am Hammer Bahnhofsvorplatz um 11:00 Uhr statt.

Quellen:

1: https://aah.noblogs.org/?p=1709
2: https://www.wa.de/hamm/plakat-streit-rechte-halten-schueler-hamm-unter-gewaltanwendung-fest-3543853.html

Informationsveranstaltungen am 26. und 27.September

September 23rd, 2016 by naet

Anlässlich unserer Demonstration “Schluss mit dem Nazischeiss”, finden zwei Informationsveranstaltungen statt: Am 26.September im Nordpol in Dortmund und am 27.September im Parteibüro von Die Linke Hamm. Die Vorträge beginnen jeweils um 19 Uhr.

Die Demonstration richtet sich gegen den gesellschaftlichen Rechtsruck, die AfD, geflüchtetenfeindliche Politik und Nazis jedweder Coleur. Ein Schwerpunkt der Vorträge wird darüber hinaus auf einer Vorstellung der Hammer Nazistrukturen liegen.

 

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Schluss mit dem Nazischeiss

September 5th, 2016 by naet

 

 

 

 

Ob gegen den „Volkstod“, eine vermeintliche „Asylflut“ oder einfach „für die völkische Gemeinschaft“ – in den vergangenen Jahren meldeten Hammer Nazis alljährlich rechte Demos in Hamm an. Der 3.Oktober schien sich als festes Aufmarschdatum zu etablieren; nun wurde die zunächst erfolgte Anmeldung durch die Rechten jedoch zurückgezogen. Ob dies bedeutet, dass Hamm dieses Jahr von dem nazistischen Gefasel verschont wird, bleibt unklar – der Rückzug könnte sich als eine Finte herausstellen.

Ob mit oder ohne die lokalen Nazis, wir als haekelclub590 werden unsere jährlichen Demonstrationen fortführen und unsere Inhalte auf die Straße tragen. Unter dem Motto „Schluss mit dem Nazischeiss“ setzen wir ein Zeichen gegen jede Form der Nazi-Propaganda, des Nationalismus und des Rechtspopulismus, der spätestens seit der sogenannten „Flüchtlingskrise“ wieder großen Anklang findet. Ob AfD, Die Rechte, NPD oder sonstige Hetze, medial oder im echten Leben, Einzelperson, Partei oder Staat – Nazischeiss bleibt Nazischeiss, auch wenn dieser unter dem Deckmantel der Kritik oder der Meinungsfreiheit kommuniziert wird, oder sogar rechtsstaatlich legitimiert umgesetzt wird.

Gerade in Anbetracht des gesellschaftlichen Rechtsrucks der letzten Jahre, ist es notwendiger denn je, sich klar zu positionieren, um rassistischen und populistischen Phrasen deutlich und entschlossen entgegen zu treten. Eine Zeit in der eine angebliche Alternative, die AfD, mit bis über 20% Einzug in Landtage erhält, deren unverhohlener Rassismus statt klar benannt, diskutiert wird, Asylunterkünfte fast täglich angegriffen und Hilfesuchende diskriminiert, beleidigt und verletzt werden, erfordert ein klares Zeichen. Wenn die Bundesregierung im gleichen Atemzug mit einer längst überfälligen Reformierung des Sexualstrafrechts, Asylgesetze verschärft, anstatt eine menschenwürdige Asylpolitik zu betreiben und institutioneller Rassismus immer weiter voranschreitet, ist es unsere Pflicht auf die Straße zu gehen, um zu demonstrieren, dass wir damit nicht einverstanden sind. In ganz Europa finden rechtsradikale Parteien und Gruppierungen Zulauf, an den Grenzen werden Geflüchtete von selbsternannten Grenzwächtern*innen gejagt, während die deutsche Regierung weiterhin Waffenlieferungen in Krisenländer genehmigt und Fluchtursachen somit selbst stützt und aufrechterhält. Kurzum: Es gibt genug Gründe, sich am 3. Oktober unserer Demonstration anzuschließen.

Wir sagen ganz klar NEIN zu jeder Form von Nazischeiss!

Aus diesem Grund, rufen wir jeden Menschen dazu auf, uns am 3. Oktober zu unterstützen, um ein Zeichen gegen den gesellschaftlichen Rechtsruck, dessen Mitverursacherin die AfD und geflüchtetenfeindliche Politik zu setzen. Lasst uns deutlich machen, dass wir mit der momentanen Situation alles andere als zufrieden sind!

3.Oktober 2016 | 11 Uhr | Willi-Brandt-Platz | Hamm [Westf.]

mehr unter: hamm.noblogs.org

Gegenkundgebung: “Kein Platz für rassistische Hetze in Hamm!”

Mai 27th, 2016 by naet

GEGENKUNDGEBUNG / 28.05.16 / 11.00 UHR

NEUE BAHNHOFSSTRASSE / HÖHE GUSTAV-LÜBCKE MUSEUM

Am 28.05 um 12 Uhr wollen Neonazis der Partei “Die Rechte” in Hamm demonstrieren. Ihre Demonstration ist Teil der Werbekampagne für den rechtsradikalen “Tag der deutschen Zukunft” (TddZ).

Der TddZ wurde 2009 von der “Initiative gegen Überfremdung” gegründet und ist in der rechten Szene eine Art Wanderpokal. Die Demonstrationen fanden bisher hauptsächlich in Ost- und Norddeutschland statt, dieses Jahr soll die rechtsradikale Veranstaltung erstmals in NRW stattfinden. Am 04.06 werden deshalb in Dortmund mehrere hundert gewaltbereite Neonazis aus ganz Deutschland und Teilen Europas erwartet.

Die angekündigte Veranstaltung in Hamm soll der Auftakt für den TddZ in Dortmund sein.
 Das Hamm als Aufmarschort gewählt wurde, ist keine Überraschung: Zwischen den Dortmunder und Hammer Aktivist*innen bestehen enge Verbindungen – zuletzt im März nahmen über ein Dutzend Dortmunder Neonazis an einer Demonstration in Hamm Teil, den Lautsprecherwagen und die Boxen stellten sie auch zur Verfügung.

Ob im Oktober oder Mai, Nazis lassen wir in Hamm nicht ungestört marschieren – geht mit uns auf die Straße, um bereits im Vorfeld des “TddZ” den Nazis die Tour zu vermasseln!

Kommt auf unsere Kundgebung am Samstag um 11 Uhr zur Neuen Bahnhofsstraße in Höhe des Gustav-Lübcke Museums!

 

Kein Tag der deutschen Zukunft

Mai 25th, 2016 by naet

Am 28.05 um 12 Uhr wollen Neonazis der Partei “Die Rechte” in Hamm demonstrieren. Ihre Demonstration ist Teil der Werbekampagne für den rechtsradikalen “Tag der deutschen Zukunft” (TddZ).

Der TddZ wurde 2009 von der “Initiative gegen Überfremdung” gegründet und ist in der rechten Szene eine Art Wanderpokal. Die Demonstrationen fanden bisher hauptsächlich in Ost- und Norddeutschland statt, dieses Jahr soll die rechtsradikale Veranstaltung erstmals in NRW stattfinden. Am 04.06 werden deshalb in Dortmund mehrere hundert gewaltbereite Neonazis aus ganz Deutschland und Teilen Europas erwartet.

Die angekündigte Veranstaltung in Hamm soll der Auftakt für den TddZ in Dortmund sein.
Dass Hamm als Aufmarschort gewählt wurde, ist keine Überraschung Zwischen den Dortmunder und Hammer Aktivist*innen bestehen enge Verbindungen – zuletzt im März nahmen über ein Dutzend Dortmunder Neonazis an einer Demonstration in Hamm Teil, den Lautsprecherwagen und die Boxen stellten sie auch zur Verfügung.

Ob im Oktober oder Mai, Nazis lassen wir in Hamm nicht ungestört marschieren – geht mit uns auf die Straße, um bereits im Vorfeld des “TddZ” den Nazis die Tour zu vermasseln!
Es wird eine Kundgebung von uns angemeldet, nähere Infos werden hier auf der Seite veröffentlicht!

Stay tuned

HAM: Diskriminierender Werbung muss widersprochen werden!

April 27th, 2016 by naet

Am 25.April 2016 strahlte das Lokalradio „LippeWelle Hamm“ einen Beitrag mit dem Titel „Lustige Werbung oder eher daneben?“ zu einem „Fundstück“ aus Hamm aus. Es handelte sich um die Werbung der Bäckerei Hake aus Hamm, in der Schokoküsse beworben werden sollten, indem die Bäckerei diese als „Schaumwaffeln mit Migrationshintergrund“ bezeichnete. Zusätzlich wurde auf das Lied „10 kleine N********“ angespielt mit ihrer Umdichtung „10 kleine Schaumwaffeln mit Migrationshintergrund woll’n in die Schachtel rein, da ham‘ sie nicht gut nachgezählt, denn zwölfe passen rein“. Auf der Verpackungsschachtel sind kleine Schokoküsse mit dicken roten Lippen und großen runden Augen abgebildet. Dieses Bild greift auf eine langjährige rassistische Tradition zurück, indem alte koloniale Stereotype reproduziert werden – das ist nicht hinzunehmen! Wir finden es unverantwortlich, vermeintlich humorvoll-provokative Mittel für die Bewerbung von Waren zu nutzen und fordern journalistische Instanzen dazu auf einen kritischen Umgang damit zu finden. In der Debatte zur herrschaftskritischen Sprache, in die auch die Umbenennung von Lebensmitteln auf Grund von diskriminierenden Bezeichnungen fällt, wird immer wieder die Position der weißen Mehrheitsgesellschaft als Norm vertreten und eine sich selbst zugesprochene Deutungshoheit beansprucht. Das Selbstbestimmungsrecht von schwarzen Menschen und von People of Colour wird in diesem Diskurs häufig nicht berücksichtigt. Ihnen wird aberkannt selbst zu bestimmen, wie sie genannt oder eben nicht genannt werden möchten. Beispiele wie dieses zeigen auf, dass immer wieder Gelegenheiten dazu genutzt werden, einen sensiblen Umgang mit Sprache und ein Mitdenken von Machtverhältnissen zu verhöhnen und zu verspotten. Wir können darüber nicht lachen.
Aufgrund der unkritischen Übernahme der Werbung und der Bühne, die solchem Gedankengut damit geboten wurde, wurde bei Radio LippeWelle Beschwerde eingereicht. Ein Beschwerdebrief an Bäckerei Hake wurde selbstverständlich auch versendet.

Als Reaktion auf die Beschwerde, meldete sich Chefredakteur Gerd Heistermann telefonisch, um über den Beitrag zu sprechen. In diesem Gespräch räumte er ein, dass der Umgang mit dem Thema zu leichtfertig und undifferenziert stattfand. Er versuchte deutlich zu machen, dass diese Darstellung weder seine, noch die Meinung des Senders widerspiegle, sondern lediglich eine – nicht reflektierte – Wiedergabe dieser Werbung sein sollte. Des Weiteren räumte Herr Heistermann ein, das Bild nicht kontrolliert zu haben und in diesem Zuge die Verbreitung eines von rassistischen Stereotypen geprägten Bildes vom Sender nicht verhindert zu haben. Er zeigte sich persönlich sehr betroffen und betonte, dass dieses Gespräch ihn zum Nachdenken angeregt und ihm die geschichtliche Verantwortung für solche Themen vor Augen geführt habe.
Zu einer Gegendarstellung durch den Sender hatte Herr Heistermann leider nichts Konkretes zu sagen. Auch auf die Bitte hin, die LippeWelle möge eine Gegendarstellung senden und auf Facebook den Post differenzierter darstellen, war die Reaktion sehr vage.

Es bleibt zu hoffen, dass die LippeWelle sich noch klar zu ihrer unangebrachten Berichterstattung positionieren und aus diesem Vorfall Konsequenzen ziehen wird.

3. Oktober – Eine Nachbetrachtung

Oktober 13th, 2015 by naet

Auch dieses Jahr ist es dem haekelclub590 gelungen, ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis auf die Beine zu stellen und in Zusammenarbeit mit verschiedenen Hammer Akteur*innen am 3. Oktober ein deutliches Zeichen gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit zu setzen. Unter dem Motto ‘Das Problem heißt Rassismus – Geflüchtete unterstützen’ sind vergangenen Samstag knapp 800 Menschen gegen rechtsradikale Hetze und für ein solidarisches Miteinander auf die Straße gegangen.

„Das Problem heißt Rassismus!“

Um 12 Uhr begann der Tag mit der Auftaktkundgebung des haekelclub590, eine halbe Stunde später formierte sich eine Blockade des Hammer Hauptbahnhofs. Antifaschist*innen aus ganz NRW machten von ihrem demokratischen Recht Gebrauch und versperrten den Neonazis den Weg zu ihrer Demoroute. Der haekelclub590 rief zu Solidarität mit den Blockierer*innen auf und in der Tat strömten ungefähr 250 Demonstrationsteilnehmende auf den Bahnhofsvorplatz, um die Aktivist*innen lautstark mit Sprechchören zu unterstützen und den Haupteingang des Bahnhofs zu blockieren. Durch die gewaltsame Räumung der Blockaden ermöglichte es die Polizei den Neonazis jedoch auch in diesem Jahr, ihre fremdenfeindliche und menschenverachtende Propaganda planmäßig kundzutun.

Durch die Blockaden verzögerte sich der Start der antifaschistischen Demonstration geringfügig, doch gegen 13.30 Uhr setzte sich der Demonstrationszug mit seinen rund 800 Teilnehmenden aus Hamm und Umgebung endgültig in Bewegung, um die geplante Route durch die Innenstadt abzulaufen.
Die Redebeiträge des haekelclub590, der feministischen Frauen*gruppe ultraviolett*, der Jugendlichen ohne Grenzen und des christlich-muslimischen Gesprächskreises aus dem Hammer Westen unterstrichen eindrucksvoll, dass in Hamm ein breites Bündnis zivilgesellschaftlicher Akteur*innen bereit ist, praktische Solidarität mit Geflüchteten zu üben und rassistischen Demagogen die Stirn zu bieten. Die Demonstration verlief ungestört und endete planmäßig in der Nähe des Gustav-Lübcke-Museums, wo die Auftaktkundgebung der Rechtsradikalen gemeinsam lautstark gestört werden konnte.
So konnte der haekelclub590 und seine Unterstützer*innen – wie bereits in den vergangenen Jahren – auch dieses Jahr wieder friedlich und bunt unter Beweis stellen, dass in Hamm kein Platz für Neonazis und ihre menschenverachtende Propaganda ist.

Gegen 15.30 Uhr fand nach offizieller Auflösung der Demonstration an der Pauluskirche in der Hammer Innenstadt eine Spontankundgebung statt, von der aus sich einige Antifaschist*innen auf den Weg zum Kentroper Weg machten, um gegen das sich dort befindliche, vermeintliche nationale Zentrum der Hammer Neonaziszene zu protestieren. Die Antifaschist*innen, die aus ganz NRW angereist waren, trafen am Kentroper Weg auf gewaltbereite Rechtsradikale  und Polizist*innen. Die bewaffneten Neonazis stürmten aus dem Gebäude und bedrohten die ankommenden Demonstrant*innen mit Pfefferspray, Messern und Teleskopschlagstöcken. Das massive Gewaltaufgebot stoppte die Antifaschist*innen, sodass sie ihren Protest nicht weiter fortführen konnten. Der haekelclub590 bedauert, dass die Polizei sich nicht gegen die bewaffneten Faschist*innen gewendet hat, sondern stattdessen die friedlichen Kundgebungsteilnehmenden angriff.

Asylflut stoppen“?

Die Beteiligung an der Veranstaltung der Hammer Neonazis fiel im Vergleich mager aus. Dem Demoaufruf von Die Rechte Kreisverband Hamm, Nachfolgerin der verbotenen Kameradschaft Hamm, folgten im Endeffekt nur knapp 300 Rechte, die unter dem Motto “Asylflut stoppen” beinahe ungestört durch den Hammer Westen marschieren konnten. Ein Blockadeversuch von Bürger*innen, Künstler*innen und Aktivist*innen auf der Demoroute der Neonazis wurde von der Polizei rücksichtslos unterbunden.
Am Abend, nach Ende der Demonstration, wurden dann noch rund 75 „volkstreue Deutsche“ von der Polizei zu den Räumlichkeiten im Kentroper Weg geleitet, wo sie in den zweifelhaften Genuss kamen, dem ewiggestrigen Geseiere der mehrfach verurteilten Shoaleugnerin und Altnazistin Ursula Haverbeck zu lauschen.

Dass die Neonazis ihre Demonstration entgegen aller Fakten als Erfolg feiern, verwundert nicht weiter. Es ist jedoch äußerst erfreulich und spricht für sich, dass die antifaschistische Gegendemonstration des haekelcubs590 letztlich mehr als doppelt so viele Menschen wie die Neonazis auf die Straße bringen konnte.
Besonders beachtenswert ist aber vor allem, dass es erneut gelungen ist, über eine Gegendemonstration hinaus Aktionen gegen die Neonazis zu organisieren. Es stimmt hoffnungsvoll, dass von verschiedenen Teilen der Zivilgesellschaft Blockaden versucht und erfolgreich durchgesetzt werden konnten!

“Geflüchtete unterstützen!”

Vielen Dank an alle, die am Samstag auf die Straße gegangen sind, um zu zeigen, dass das Problem nicht die „Flüchtlingkrise“ oder Geflüchtete sind, sondern die Abschottung und Ignoranz der EU!
Der haekelclub590 möchte an dieser Stelle aber auch noch einmal in Erinnerung rufen, dass es allein in diesem Jahr, je nach Zählung, bereits über 150 Kundgebungen und Demonstrationen gegen Geflüchtete, 310 Anschläge auf Unterkünfte und 76 Übergriffe auf Geflüchtete gegeben hat.
Nur ein Bruchteil dieser Anschläge und Übergriffe wurde von organisierten Neonazis begangen. Die Täter*innen lassen sich größtenteils in der sogenannten Mitte der Gesellschaft verorten, wo der Hass auf das imaginiert Fremde unkontrolliert schwelt!

Die geistigen Brandstifter finden sich nicht nur an Stammtischen und in Kommentarspalten, sondern gerade auch in Redaktionen und Parlamenten.
Weder NPD, noch Die Rechte sondern die bürgerlichen Parteien veranlassen die menschenverachtenden Gesetze, die das Grundrecht auf Asyl de facto aushebeln, erleichtern Abschiebungen und finanzieren die Mauern der Festung Europa.

Wer Rassist*innen verharmlosend als Asylkritiker*innen bezeichnet oder als Bürger*innen, deren Sorgen man ernst nehmen müsse und gleichzeitig Geflüchtete als Problem abstempelt, Flucht kriminalisiert und angesichts der inszenierten Ausnahmesituation die Volksgemeinschaft beschwört, der darf sich über Ausschreitungen wie in Heidenau und Freital, Übergriffe und brennende Geflüchtetenunterkünfte nicht wundern.
Das Problem heißt Rassismus und muss als solches auch klar benannt werden. Der haekelclub590 wird auch weiterhin gegen dieses menschenverachtendes Gedankengut ankämpfen, das sich vom rechten Rand bis weit in die Mitte dieser Gesellschaft hinein feststellen lässt.
Solidarität muss praktisch werden – kein Mensch ist illegal – Refugees welcome!

Breites Bündnis ruft zur Demo am Samstag auf

September 30th, 2015 by naet

Am kommenden Samstag, den 3. Oktober wollen erneut Neonazis in Hamm aufmarschieren und ihre menschenverachtenden Parolen rufen. Viele Hammer Gruppen, Verbände und Organisationen rufen dazu auf, sich an der großen gemeinsamen Gegendemonstration zu beteiligen.

Treffpunkt für die Demonstration ist am Samstag um 12:00 Uhr auf der Gustav-Heinemann-Straße (vor dem Technischen Rathaus). Um 12:30 Uhr beginnt die Demonstration, die durch die Hammer Innenstadt führt. Der Endpunkt ist vor dem Gustav-Lübcke-Museum auf der Neuen Bahnhofstraße. Dort versammelt sich der Nazi-Aufmarsch, so dass wir lautstark klar machen können, dass ihre Hetze in unserer Stadt nicht willkommen ist. Ende ist gegen ca. 14 Uhr.

Die Demonstration unter dem Motto „Das Problem heißt Rassismus! Geflüchtete unterstützen!“ richtet sich dabei nicht nur gegen den Naziaufmarsch. Egal ob Pegida, AfD oder die Verschärfung der Asylgesetze: Das Problem heißt Rassismus und muss als solches benannt werden. Gemeinsam wollen wir zeigen, dass wir solidarisch mit allen Geflüchteten sind. Schon am vergangenen Samstag, als sich 200 Menschen vor die ZUE stellten und am Sonntag, als tausende Besucher zum Tag der offenen Tür in die ZUE strömten, setzten sich viele für eine bessere Anerkennung von Geflüchteten ein. Am kommenden Samstag wollen wir gemeinsam zeigen, dass Hamm alle Geflüchteten willkommen heißt und rechter Hetze entgegentritt.

Wie in den vergangenen Jahren wird die Demonstration erneut vom antifaschistischen Jugendbündnis haekelclub 590 organisiert. Zu der Demonstration rufen neben dem DGB, dem Evangelischen Kirchenkreis Hamm, der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde, der Flüchtlingshilfe Hamm e.V. und den Parteien SPD, Grüne und Linke auch der gesamte Runde Tisch gegen Radikalismus und Gewalt auf. Diesem gehören die Stadt Hamm, die Parteien, die Kirchen, die IHK, Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbände, die Wohlfahrtsverbände, die AIDS-Hilfe, die Arnold-Freymuth-Gesellschaft und viele weiter an.

Gemeinsam können wir am Samstag ein starkes Zeichen gegen rechtes Gedankengut setzen.

Demonstration am 3. Oktober

September 8th, 2015 by naet

Unter dem Titel „Masseneinwanderung und Asylmissbrauch stoppen!“ wollen erneut Neonazis am 3. Oktober in Hamm aufmarschieren. Sie sind die Spitze des Eisbergs einer rassistischen und ausgrenzenden Politik. Das Problem sind nicht Geflüchtete, das Problem sind keine Schlepper*innen – das Problem ist die militärische Abschottung Europas.

Das Problem heißt Rassismus.

Wir rufen alle Menschen dazu auf, am 3. Oktober nach Hamm zu kommen um gegen den Naziaufmarsch und die menschenverachtende Asylpolitik auf die Straße zu gehen. Treffpunkt ist um 12 Uhr direkt am Hammer Bahnhof auf der Gustav-Heinemann-Straße. Alle Informationen auf unserer Demo-Seite unter hamm.noblogs.org